
Erich Strauß gestorben: Der Ehrendirigent der Stadtkapelle Creglingen hat sich große Verdienste um das kulturelle Leben im Tauberstädtchen erworben
Bei vielen Jugendlichen die Liebe zur Musik geweckt
Creglingen. Die Tauberstadt trauert um einen hochverdienten Musiker: Mit Erich Strauß ist am Sonntag im Alter von fast 81 Jahren der langjährige Dirigent der Stadtkapelle Creglingen gestorben. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.
Vielen jungen Menschen hat Erich Strauß im Laufe der Jahrzehnte den Weg zur Musik geebnet. Er leitete zahlreiche Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse und weckte in den angehenden Musikern die Begeisterung für ihr Hobby.
Und auch er selbst hatte früh in sich die Hingabe zur Musik entdeckt. Mit sieben Jahren lernte er Ziehharmonika, mit zehn Jahren Fanfare. Später spielte er in der Tanzkapelle "Allotria" und in der Band "Kubana". Und Erich Strauß war auch dabei, als 1949 die Stadtkapelle Creglingen bei der Feier zum 600-jährigen Bestehen der Stadt Creglingen unter Dirigent Johann Zink erstmals nach dem Krieg wieder auftrat.
1961 übernahm Erich Strauß den Dirigentenstab der Stadtkapelle von Leonhard Paulus, zugleich war er Mitbegründer der Musikvereine in Tauberzell und Münster, wo er auch einige Jahre als Dirigent wirkte. Seine Idee war auch die "kleine Besetzung" der Stadtkapelle, die vor allem bei Tanzunterhaltung aufspielte. Für sein 30-jähriges Engagement als ihr Dirigent ernannte ihn die Stadtkapelle im Jahr 1992 zum Ehrendirigenten.
Der frühere Vorsitzende des Kreisverbandes Hohenlohe im Blasmusikverband Baden-Württemberg, Meinrad Mayer, nannte Erich Strauß 1992 bei der Verleihung des Landesehrenzeichens in Silber eine "Ausnahmeerscheinung, vor dessen Arbeit man Respekt und Hochachtung" empfinde. Gewürdigt wurden Erich Strauß' Verdienste auch mit der Verleihung der goldenen Verdienstmedaille des Internationalen Musikbundes (CISM).
Der frühere Bürgermeister Werner Fifka bezeichnete Erich Strauß einmal als "Creglinger James Last", der sich große Verdienste um das kulturelle Leben der Tauberstadt erworben habe und von dessen Schlag er sich mehr Menschen wünsche.
Die Beerdigung findet am morgigen Donnerstag um 13 Uhr in Creglingen statt. abo
Fränkische Nachrichten
18. Januar 2012