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2004-11-12: Jubiläum gebührend gefeiert



Schlusskonzert des Blasmusik-Kreisverbandes Hohenlohe

Creglingen. "Das wird eine echte Premiere", schwärmt Alexandra Zogelmann von der Stadtkapelle Creglingen. Sie spricht vom 20. November. Erstmals werden dann die vier Creglinger Musikvereine gemeinsam und als neue Gesamtkapelle musizieren. Außerdem hat sich hochkarätige Verstärkung angesagt: Das Seniorenorchester des Kreisverbands Hohenlohe unter der Leitung von Josef Jiskra, Blasmusikfans auch als Komponist vertraut, macht bei diesem Konzert zum 50. Verbandsjubiläum mit.

Der Bläser-Kreisverband Hohenlohe deckt ein großes Gebiet ab: Von Schwäbisch Hall über den Altkreis Mergentheim und Künzelsau erstreckt sich der Bläserkreis bis kurz vor Backnang. Angefangen hat alles mit sieben Dirigenten und ihren Blaskapellen. In den seither abgelaufenen fünf Jahrzehnten haben sich insgesamt 70 Kapellen mit mehr als 3000 aktiven Bläsern dem Verband angeschlossen. Wer glaubt, dass Blasmusik Männersache sei, irrt: Die Frauen sind gewaltig auf dem Vormarsch, stellen inzwischen locker die Hälfte der Musiker.

Im Jubiläumsjahr nutzten die Musiker etliche Musikfeste, um die fünf Jahrzehnte kräftig zu feiern, drei zentrale Veranstaltungen in Crailsheim, Niederstetten und jetzt zum krönenden Abschluss in Creglingen waren von vornherein als Jubiläumskonzerte geplant. Wenn jetzt in Creglingen das Seniorenorchester des Kreisverbands Hohenlohe zum großen Jubiläumsfinale aufspielt, dann "haben die Haudegen der ersten Stunde das letzte Wort im Jubeljahr", kündigt Otmar Fleckenstein, Dirigent der Stadtkapelle Creglingen an.

Mit Peter Elsbergen, der im Seniorenorchester das erste Flügelhorn spielt und als knapp über 50-jähriger "fast schon der Benjamin der Senioren" ist und Andreas Herzog, dritter Tenor im Kreis-Seniorenorchester, hat Kreisverbandsdirigent Jiskra gleich zwei Creglinger engagiert. Die sind hell begeistert vom gar nicht verstaubten Fundus, dem Jiskra mit den Altbläsern wieder Leben einhaucht. Die rund 25 Stamm-Mitglieder des Seniorenorchesters haben einen Großteil der Kreisverbands-Entwicklung aktiv mitgestaltet - und gehören noch längst nicht zum alten Eisen. Bewiesen haben sie das unter anderem im 10 000-Mann-Zelt beim Stuttgarter Wasn, das sie ohne jede elektronische Verstärkung mit alten Schlagern, Operettenmelodien und entstaubten Ufa-Titeln dank riesiger Musikerfahrung problemlos einen Nachmittag lang in Stimmung brachten.

Fürs Creglinger Jubiläumskonzert haben sich jetzt 31 Bläser der Oberländer Musikanten, 23 Herrgottstaler Musikanten, 20 Klosterwänder Musikanten und 20 Bläser der Stadtkapelle Creglingen zusammengetan, um umzusetzen, was ihre Dirigenten Fred Brokosch, Albert Hirsch, Andreas Heinze und Otmar Fleckenstein an gemeinsamem Notenfundus zusammensuchten. Etliches spielen alle vier Gruppierungen, anderes, das jetzt die Gesamtkapelle einübt, übernahmen die Dirigenten aus dem Repertoire von Einzelgruppen.

Oberländer Musikanten, Hergottstaler Musikanten, Klosterwälder Musikanten und die Stadtkapelle Creglingen haben bereits im September mit gemeinsamen Proben begonnen. Allein die vier Formationen bringen schon rundes hundert Musikanten auf, nein: vor die Bühne. "Alle passen einfach nicht auf die Bühne," sagt Otmar Fleckenstein, der noch allerletzten Feinschliff am Sitz- und Instrumentalplan anbringt. Bläser auf 15 Metern Hallenbreite - und auf der Bühne die Senioren, denen die vier Creglinger Gruppen den Bühnen-Vortritt lassen.

Walzer, Polka, Märsche, dazwischen leisere Töne einer kleinen Brass-Besetzung: Der Abend dürfte unterhaltsam werden. Pausenbewirtung ist angesagt, und weil das Jubiläumskonzert den geeigneten Rahmen stellt, wird hier auch die Kooperation der Stadtkapelle mit der Realschule Creglingen besiegelt. Die aus Landesmitteln für drei Jahre unterstützte "Arbeitsinvestition in die Zukunft" wird, da ist sich Fleckenstein sicher, nicht nur der Stadtkapelle, sondern auch Herrgottstalern, Oberländern, Klosterwäldern und auch den Posaunenchören im Umland zugute kommen.

120 Bläserstimmen - und das bei freiem Eintritt: Die vier Creglinger Musikvereine hoffen auf Spendenbereitschaft und werden nach dem Konzert die Sammelkörbchen klingeln lassen. Das Konzert am Samstag, 20. November, beginnt um 20 Uhr, Einlass und Verköstigung starten um 19 Uhr. ibra

© Fränkische Nachrichten – 12.11.2004

 
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