
Auf das Fest eingestimmt / Spende von 2000 Mark zu Gunsten der Altenhilfe
Creglingen. Eigentlich kann man es nur beim vorweihnachtlichen Konzert der "Original-Seechwercher" in der Stadtkirche erleben, dass so viele Musikgruppen und Solisten ein Programm gestalten, welches durch seine Verschiedenartigkeit Alt und Jung begeistert. Sogar in den benachbarten Landkreisen Schwäbisch Hall und Ansbach hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass bei dieser attraktiven Veranstaltung für jeden Geschmack, sowohl für die Anhänger des Chorgesangs wie auch die Freunde der Blas- und Orgelmusik, etwas geboten wird. So mögen es an die 400 Besucher gewesen sein, die sich in beeindruckender Weise auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen ließen. Mit der Titelmelodie "Freunde aus Dörfern und Städten, Freunde, wir laden euch ein" eröffneten die "Seechwercher" das Programm, welches durch passende Gedichte und die Weihnachtsgeschichte, von Andreas Heinze in Mundart vortrefflich vorgetragen, aufgelockert wurde.
Hans Schuch, der Gesamtorganisator des Abends, begrüßte die zahlreichen Gäste aus Nah und Fern. Nach der Vorstellung der einzelnen Gruppen, die in diesem Jahr alle aus dem Stadtgebiet Creglingens kamen, dankte er sämtlichen Mitwirkenden für ihre Bereitschaft, unentgeltlich aufzutreten. So können die am Schluss eingegangenen Spenden in Höhe von zirka 2000 Mark voll und ganz der Altenhilfe der Stadt zufließen.
Der Singkreis Creglingen unter der souveränen Leitung von F. Müller begann das eigentliche Konzert mit den Titeln "In der Nacht zu Bethlehem, da ist ein Kind geboren" und "Ich trau auf dich". Eindrucksvoll erklangen die vierzehn Frauenstimmen, so dass mancher Zuhörer in wahres Erstaunen versetzt wurde, besonders auch beim Stück "Taste and see".
Matthias Reinhard bewies anschließend sein Talent auf der großen Kirchenorgel. Vor wenigen Jahren noch spielte er beim vorweihnachtlichen Konzert auf dem Keyboard. Er begann mit dem Choral "Vom Himmel hoch, da komm ich her!". Später folgten die Stücke "Passorell" (Sonata G-dur) und "Alegretto" von Cesar Franck. Lang anhaltender Beifall belohnte sein exaktes Spielen.
Achtzig Buben und Mädchen der Realschule musizierten und sangen anschließend unter der sicheren Leitung von F. Hofmann drei flotte Stücke. Zuerst stellten sie das Stück "Felix Navidad" vor, eine musikalische Weihnachtsgeschichte in spanischer, englischer und deutscher Sprache. Es folgte "Another Rock and Roll Christmas", ein sehr fetzig vorgetragenes Lied. Der Ohrwurm "Rudolf, das kleine Rentier" durfte natürlich nicht fehlen. Mit Leib und Seele waren die Kinder bei ihrem tollen Auftritt bei der Sache! Hervorragende Stimmen und Soli auf den verschiedensten Instrumenten waren dabei zu hören. Es war nur ein wenig schade, dass die Kinder aus Platzgründen auf der zweiten Empore, nur für wenige Gäste sichtbar, musizieren mussten. Einstudiert wurden die Darbietungen in bewährter Weise von F. Jung-Beitz und von F. Müller.
Gespannt war man auf den Auftritt der Stadtkapelle Creglingen. Ihre Beiträge mit Pauken und Trompeten in der ehrwürdigen Stadtkirche dürften mit Sicherheit etwas Besonderes gewesen sein. Für alle Zuhörer stellten sie aber ein großes Erlebnis dar. Mit "Jingle Bells", "Ave Maria no Morro" und dem Choral "Tochter Zion" kamen sie beim Publikum bestens an. Gefühlvoll, dann wieder lebhaft mit perfektem Zusammenspiel hörten die Besucher konzertante Musik vom Feinsten. Otmar Fleckenstein hatte als umsichtiger Dirigent im Vorfeld großartige Arbeit geleistet.
Zu einem weiteren Höhepunkt des Abends wurde der Auftritt des Jericho-Chors der katholischen Kirchengemeinde unter der präzisen Leitung von Karl-Heinz Rehfeld, der die Lieder einfühlsam auf dem Klavier begleitete. Vierzehn Frauen bilden diesen Chor, der klangrein vier Lieder vortrug. Dabei bestach die kleine Ann-Kathrin Kleinhans mit ihrer klaren Mädchenstimme, die vor allem bei "Ave Glöckchen" so richtig zur Geltung kam. "Jubilate Jerusalem" und das Spiritual "It's me, o Lord" rundeten ihre vorzüglichen Darbietungen ab.
Über die musizierende Familie Buß aus Standorf noch viele Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen. Bereits im Vorjahr waren die Besucher von ihren Beiträgen sehr angetan. Auf vielfachen Wunsch beteiligte sie sich deshalb nochmals am vorweihnachtlichen Konzert. Mit Dudelsack, Harfe, Fagott und zweistimmigem Gesang erfreuten sie die begeisterten Zuhörer. Bei den Stücken "Laufet ihr Hirten", "Oh Freude über Freude" und "Hirtentanz" hörte man ein fehlerfreies Zusammenspiel auf den seltenen Instrumenten. Bei jedem Beitrag spürte man die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Den Abschluss machte F. Buß mit einem getragenen Solostück auf der selbst gebauten böhmischen Hakenharfe mit dem Titel "Harte Zeiten".
Von den "Seechwerchern" hörte man noch ihre neueste Eigenkomposition "Heilichowend im Dauwerdol". Diese erzählt, in Hohenloher Mundart gesungen, von den Einkäufen vor Weihnachten, von der Hektik bis zum Heiligen Abend und schließlich vom Kirchgang am Christfest. Nach weiteren selbst verfassten "Titeln wie "Liebe", "Da sitz ich gerne am Kamin" endete das über zweistündige Konzert.
Abschließend bedankte sich Andreas Heinze bei allen Teilnehmern, bei der Kirchengemeinde mit Pfarrerin Sabine Kutterolf-Ammon, beim Messnerehempaar Rupp und beim Tontechniker Frank Scherer, der das Konzert aufzeichnete und dieses zu einer CD zusammenstellen wird. In ihren Schlussworten meinte Kutterolf-Ammon noch, dass das vorweihnachtliche Konzert der "Seechwercher" einfach zum Jahresabschluss gehöre.. Sie dankte ganz besonders den achtzig Kindern des Realschulchors für ihre großartige Disziplin. Mit dem Segen verabschiedete sie alle Zuhörer, Musikanten und Sänger. fkc
© Fränkische Nachrichten - 21.12.2001